Kunstsammlungen der Veste Coburg

SONDERAUSSTELLUNGEN UND VERANSTALTUNGEN 2017

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Ab Ende März 2017

Die Bergfried-Grabung wird Teil der Besichtigung

Im Jahr 2005 traten bei einer Ausgrabung im ersten Burghof vier zeitlich abgrenzbare Befunde vom Hochmittelalter bis ins 19./20. Jahrhundert zutage. Sie künden als steinerne Zeugen von den heute nicht mehr vorhandenen Bauten der Burg. Bei einem Rundturm mit beeindruckend massiven und teils sorgfältig bearbeiteten Fundamenten handelt es sich um ein unvollendetes Bauwerk aus dem 14./15. Jahrhundert. Dieser Turm überlagert eine Mauerecke aus dem 13. Jahrhundert, die wohl zum tatsächlichen, rechteckigen „Ur-Bergfried“ des Hochmittelalters gehört. Damit wurde ein Teil der ältesten Burg sichtbar, deren Spuren bislang nur noch am Buckelquadermauerwerk des Blauen Turms erkennbar waren. Nach einer umfangreichen Sicherung der Mauern können die Besucher von nun an ohne Sichtbeeinträchtigung die authentischen baulichen Spuren der spannenden Nutzungsgeschichte der Veste entdecken.

 

 

Ab 1. April 2017

Artilleriemuseum auf der Gedeckten Batterie

Wo sind die Kanonen? Hier sind die Kanonen! Nach langer Zeit sind die beeindruckenden Geschütze der Veste wieder zu sehen. Mit dem Artilleriemuseum auf der Gedeckten Batterie werden die Kunstsammlungen der Veste Coburg um eine neue Abteilung reicher. Innerhalb der inneren Ringmauer präsentieren sich links und rechts vom „Bulgarenturm“ elf Geschütze unterschiedlicher Größe. Darüber hinaus entdeckt der Besucher Mörser, Granatgewehre, Ladezubehör und Spezialmunition. Eine Videostation mit Touchscreen, Projektionen und eine Kanonenkugel zum Hochheben machen die neue Dauerausstellung zum multimedialen und interaktiven Erlebnis für Groß und Klein.

 

 

9. Mai bis 5. November 2017

„Ritter, Bauern, Lutheraner“.

Bayerische Landesausstellung 2017 in Coburg

Die Welt befand sich vor 500 Jahren in einer Zeit großer Veränderungen. Jahrhundertealte Gewissheiten gerieten ins Wanken. Diese Zeit wird in der Bayerischen Landesausstellung 2017 in Coburg lebendig. Kostbare und ungewöhnliche Originale aus vielen europäischen Sammlungen sowie lebendige und multimedial aufbereitete Inszenierungen beleuchten die sozialen, wirtschaftlichen, politischen und künstlerischen Traditionen und Umbrüche vom späten 15. Jahrhundert bis in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts. Spätestens durch die Begegnung von Kaiser Karl V. mit Martin Luther auf dem Wormser Reichstag 1521 wurde die neue Glaubenslehre Gegenstand der großen Politik. Die Ausstellung zeichnet die Entwicklungen bis hin zum so genannten „Deutschen Bauernkrieg“ nach. Ganz nah kommen die Besucher dem „Phänomen Luther“ in den „Lutherzimmern“. Hier wohnte der Reformator im Jahr 1530, hier verfasste er eine Vielzahl von Briefen und Schriften und bestimmte die Entstehung der „Augsburgischen Konfession“ wesentlich mit. Voraussetzung für leidenschaftliche Auseinandersetzungen war eine noch nie dagewesene Medienrevolution. Die noch junge Technik des Buchdrucks wurde massentauglich: Flugschriften, Liederbücher und Postillen mobilisierten immer mehr Menschen. Neue Fragen tauchten auf: Ist die Einheit der Kirche zu retten? Was ist eigentlich evangelisch, was katholisch – und wie wirkt sich das aus? Konkrete Beispiele aus Thüringen, Franken, Altbayern und Schwaben zeigen Umsetzung und Folgen von Reformation und Gegenreformation. Am Ende des Rundgangs steht nochmals Coburg als Luther-Gedenkort im Blickpunkt.

Neben den Kunstsammlungen der Veste Coburg gehören die Außenbereiche der Veste, der an Aussichtspunkten und Blickbeziehungen reiche Weg über den Hofgarten in die Stadt sowie die evangelisch-lutherische Kirche St. Moriz, wo eine begleitende Ausstellung stattfindet, zu dem Projekt.

Hostienschränkchen mit Schubladen, Coburg (?), 1607. Coburg, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde St. Moriz

© Haus der Bayerischen Geschichte, Foto: Evelyn Pechinger-Theuerkau

Zunftschild der Memminger Schmiede von 1604 (unter Verwendung eines Flügelaltares aus der Zeit um 1500). Memmingen, Stadtmuseum

© Werner Kroll, Memmingen


VERANSTALTUNGEN IN DEN KUNSTSAMMLUNGEN DER VESTE COBURG

 

 

9. Mai bis 5. November 2017

„Ritter, Bauern, Lutheraner“: Begleitprogramm

Die Bayerische Landesausstellung 2017 wird von speziellen Führungsangeboten für Gruppen und Schülerprojekten begleitet. Informationen und Details finden Sie im Flyer des Hauses der Bayerischen Geschichte zur Landesausstellung und im Internet unter www.hdbg.de/reformation.

Die Stadt Coburg koordiniert das Rahmenprogramm zur Landesausstellung und zum Reformationsjubiläum. Informationen erhalten Sie in der Touristinformation und im Internet unter http://veranstaltungen.coburg.de/.

 

 

Wochentags und sonntags, nach Vorankündigung

Museum bewegt – Kultur zum Frühstück

Sie interessieren sich für einen Blick hinter die Kulissen, denn eigentlich kennen Sie die Kunstsammlungen der Veste Coburg bereits ganz gut? Sie möchten mehr Hintergrundinformationen zu Ihrem Lieblingsobjekt erfahren? Sie haben Lust, sich in ungezwungener Atmosphäre mit Gleichgesinnten über ein Thema auszutauschen? Dann wird Sie unser Angebot mit dem Titel „Museum bewegt“ interessieren.

In regelmäßigen Abständen (wochentags und sonntags, jeweils mit Frühstück) organisieren wir für Sie besondere Begegnungen mit den Sammlungen auf der Veste. Für aktuelle Termine und Themen informieren Sie sich bitte auf unserer Homepage oder in der Tagespresse, liken Sie uns auf Facebook oder registrieren Sie sich für eine Benachrichtigung per E-Mail.

 

 

12. Februar, 21. Mai, 10. September, 12. November 2017, 14 Uhr

Das besondere Blatt

Die Kunstsammlungen der Veste Coburg umfassen eines der bedeutendsten Kupferstichkabinette Deutschlands. In der Reihe „Das besondere Blatt“ stellen wir Ihnen im Vierteljahresrhythmus ein ausgewähltes Werk aus den reichen Beständen näher vor. 2017 stehen die ausgewählten Graphiken in engem Zusammenhang mit Luther und der Reformation. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

 

Jeweils an einem Wochentag im Frühjahr und Herbst von 17 bis 20 Uhr

Gefunden – geerbt – gesammelt. „Schätze“ mit Fragezeichen

„Kunst und Krempel“ in Echtzeit!

Ob Fragen zum Alter, der Herkunft oder Echtheit: Kuratoren und Restauratoren der Kunstsammlungen geben Auskunft über Ihre Sammlungsgegenstände. Wertangaben werden nicht gemacht. Für aktuelle Termine informieren Sie sich bitte auf unserer Homepage oder in der Tagespresse, liken Sie uns auf Facebook oder registrieren Sie sich für eine Benachrichtigung per E-Mail.

 

 

4. Juni 2017, 12 bis 16 Uhr

UNESCO-Welterbetag

Als zeichenhafter Wehrbau und bedeutender Luther-Memorialort hat sich die Veste Coburg 2014 als Teil des Erweiterungsantrages „Luthergedenkstätten in Mitteldeutschland“ auf den Weg zum UNESCO-Welterbe gemacht. Die Entscheidung fällt im Juli 2017. Der UNESCO-Welterbetag rückt seit 2005 am ersten Juniwochenende deutschlandweit das kulturelle Erbe der Menschheit in den Fokus. Große und kleine Veste-Besucher finden im Burghof kostenfreie Mitmach-Angebote und Informationen zum Motto „Welterbe verbindet“.

 

 

29. Juli bis 3. September 2017, jeweils samstags und sonntags um 11 Uhr

Führungen unter dem Motto „Familien im Museum“

Ein besonderer Service für Familien mit ihren Kindern, Großeltern mit ihren Enkelkindern, Onkel und Tanten mit ihren Nichten und Neffen. Unsere Familienführungen erschließen die Dauerausstellungen (ohne Landesausstellung!) und sind speziell auf unsere kleinen Besucher und ihre erwachsenen Begleiter abgestimmt. Themen der Führung sind das Leben der Adeligen, der Gebrauch von Waffen und Rüstungen, die Jagd oder Queen Victorias Galacoupé. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

 

9. bis 13. August 2017,15.30 bis 18 Uhr

Living History-Vorführungen:

„Un Paso honroso – Ein ehrenvoller Gang“

Mutige Ritter, edle Pferde und der Wettstreit um Ruhm und Ehre: Unter dem Motto „Un Paso honroso – Ein ehrenvoller Gang“ bietet die Veste Coburg eine grandiose Kulisse für Living History-Vorführungen, die den Besucher in eine spannende, romantische und farbenfrohe Vergangenheit entführen. Darsteller sind die derzeit wohl weltbesten historischen Akteure. Sie präsentieren die Reit- und Kampfkunst ästhetisch und in höchster Vollendung, so wie einst die mittelalterlichen Ritter Suero de Quiñones oder Jacques de Lalaing. Die Gruppe um den Niederländer Arne Koets ist dabei die einzige, die den Tjost – den turniermäßigen Kampf zu Pferd – authentisch mit soliden, also ungeschwächten Lanzen führt. Erstmals zu Gast in Coburg und Teil der Vorführung ist die international bekannte Gruppe Contrada Monticelli. Sie beherrscht virtuos die mittelalterliche Kunst des Fahnenschwenkens und ist vielfacher italienischer Meister auf diesem Gebiet.

Ergänzt und abgerundet durch zahlreiche weitere, bestens ausgestattete Akteure aus dem In- und Ausland ergibt sich ein lebendiges, farbenprächtiges und klangvolles Bild – ein ereignisreiches Gesamtkunstwerk aus der Welt des späten Mittelalters.

„Zu Ehren des Kaisers“ - Internationales Turnier in St Wendel, 2012

© Foto Stadt Sankt Wendel

 

 

30. August 2017, 9 bis 16 Uhr

Ferien-Tagesprogramm: Adel verpflichtet

Die TeilnehmerInnen (Alter 6 bis 11 Jahre) verbringen einen Tag als Spielgefährten der Coburger Herzogskinder. Mit selbst gebastelten Steckenpferden reiten sie zu verschiedenen Stationen im Leben von Prinzen und Prinzessinnen: Anstandsunterricht mit Hilfe von Spielzeug im Puppenmuseum, Erforschen der Pflanzen- und Insektenwelt im Naturkunde-Museum und Ausbildung vom Pagen zum Ritter auf der Veste.

Anmeldung im Puppenmuseum, Jana Burkart, Tel. 09561/891480

 

 

9. September 2017, 18 bis 1 Uhr

13. Coburger Museumsnacht rund um den Hofgarten

„Nacht der Kontraste”

Fremd und doch vertraut, so zeigten sich die Kunstsammlungen der Veste Coburg an der Museumsnacht im letzten Jahr. Über 6000 Besucher wollten die Veste neu entdecken.

Ganz im Zeichen der Landesausstellung „Ritter, Bauer, Lutheraner“ präsentiert sich die Veste in diesem Jahr. Es warten wieder interessante Begegnungen mit Zeitzeugen, Geschichtenerzählern, mit Kultur und Geschichte auf Sie. Tauchen Sie ein in Coburgs schönste Nacht und lassen Sie sich verzaubern vom unvergleichlichen Flair des illuminierten Hofgartens, den wunderschön beleuchteten Burghöfen und der zauberhaften Musik, die überall erklingt. Für kulinarische Genüsse ist bestens gesorgt. Genießen Sie Coburgs schönste Nacht – mit Freunden und mit allen Sinnen!

 

 

9. und 10. Oktober 2017

Tagung: Protestantische Bilderwelten. Glaube und Selbstverständnis im Spiegel der Druckgraphik

Die Epoche der Reformation erscheint untrennbar verbunden mit den druckgraphischen Porträts ihrer Protagonisten. Vor allem die Cranach-Werkstatt schuf Werke von geradezu ikonischer Qualität. Hinzu kamen polemische und propagandistische illustrierte Flugblätter. Auch in der Folgezeit findet das Selbstverständnis des Protestantismus auf vielfältige Weise seinen Ausdruck im gedruckten Bild. Die Tagung wird sich den protestantischen Bilderwelten in der Druckgraphik vom 16. Jahrhundert bis heute widmen. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Veranstalter: Kunstsammlungen der Veste Coburg und Forum Bild-Druck-Papier in Kooperation mit dem Haus der Bayerischen Geschichte

Tagungsort: Haus Contakt, Coburg

 

 

11. und 12. November 2017, 13 bis 16 Uhr

Wochenende der Graphik

In Kupferstichkabinetten lagern reiche Schätze. Arbeiten auf Papier können aus konservatorischen Gründen nur für begrenzte Zeit ausgestellt werden. Normalerweise sind die Blätter lichtgeschützt in speziellen Depots untergebracht.

Am Wochenende der Graphik stehen diese verborgenen Schätze im Mittelpunkt. Dabei wird es nicht nur um Bildinhalte und gestalterische Aspekte gehen. Betrachtet werden ebenso die vielfältigen künstlerischen Techniken. Große und kleine Besucher sind zu speziellen Sonderführungen und Sonderaktionen eingeladen. Es wird nur der normale Eintritt erhoben.